Dieter Korstian - Salon- und Kaffeehausmusik der 20er und 30er Jahre aus Netphen: 2008.07.07_Feinkunst mit Frack und frechen Versen

Feinkunst mit Frack und frechen Versen

Wilnsdorf. (klap)

Dieter Korstian weckt mit seinen Liedern Erinnerungen. Die Älteren im Publikum erinnern sich noch an die Lieder aus den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Mit Ohrwürmern aus den 20-er und 30-er Jahren versteht der Netphener Sänger seine Besucher zu begeistern. Diesmal im Wilnsdorfer Museum, wo Dieter Korstian am Sonntagnachmittag ein großartiges Konzert gab und sich dabei von seinem besten Pianisten Dieter Schaufler am Klavier begleiten ließ.

Den 20er und 30er Jahren entsprechend authentisch war die Museumskulisse, vor der der Sänger auftrat. “Aufgrund der großen Nachfrage, habe man das Konzert vom Apollo Theater ins Museum verlegen müssen”, scherzte der Sänger zu Beginn und eröffnete sein Repertoire gleich mit dem Slowfox “Ich breche die Herzen der stolzesten Frau`n”.

Nun, gebrochen hat der 50-Jährige die Herzen der Zuhörer zwar nicht, aber schnell erobert. Ein Blick in die Zuschauerränge machte deutlich, das Publikum ging bei den gängigen Melodien wie “Oh, Donna Clara, “Veronica, der Lenz ist da” oder “Bel ami” begeistert mit. Und bei den bekannten Walzer- und Tango-Melodien aus den großen UfA -Filmen, von den Comedian Harmonists oder Max Raabe gab es spontanen Applaus. Denn der Reigen der Melodien aus den Zwanzigern und Dreißigern war groß und Dieter Korstian, der schon als Kind beim “Liederkranz” Netphen vorsang und später im “Siegerländer Vocalensemble” mitwirkte, präsentierte sich mit Liedern, Chansons und Klassikern aus den “goldenen Zeiten” nicht nur stilgerecht, sondern auch mit einer satten Portion trockenem Humor im Frack und mit blitzblank geputzten Lackschuhen.

Dabei ergänzte er sich mit dem ebenfalls aus Netphen stammenden Pianisten Dieter Schaufler vorzüglich. Kein Wunder, dass das Publikum nach den Raabe-Liedern “Kein Schwein ruft mich an” oder “Rinderwahn” sowie dem letzten Konzertklassiker “Mein kleiner grüner Kaktus” eine Zugabe verlangte. Und die gab es auch mit einem Blick auf die Uhr sofort und sogleich mit dem Marschlied aus der Ton-Film-Operette “Die drei von der Tankstelle” und dem Schlager “Ein Freund, ein guter Freud”. Und dann waren sie wieder da, die Erinnerungen an Heinz Rühmann, an die Comedian Harmonists und an die Zeiten in den goldenen 20er und 30er Jahren.

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